
Alicia Huberman, Tochter eines als Nazi-Spion verurteilten Amerikaners, lernt auf einer Party einen amerikanischen Abwehragenten kennen. Sie erklĂ€rt sich bereit, mit ihm zusammenzuarbeiten, um in Rio de Janeiro eine Agentenzentrale der Nazis auszuheben. Um den Auftrag erfolgreich durchzufĂŒhren, heiratet sie den Chef der Gruppe. Doch dieser entdeckt schon bald die wahren Absichten seiner jungen Gattin und versucht daraufhin, sie langsam und unauffĂ€llig zu vergiften.
Handlung
Agentin in BrasilienNachdem der Vater der hĂŒbschen Alkoholikerin Alicia Hubermann (Ingrid Bergman) in den USA wegen Kollaboration mit den feindlichen Deutschen in einem Prozess verurteilt worden ist, schleicht sich der FBI-Agent Devlin (Cary Grant) in eine Party der Trinkerin und ihrer Freunde ein. Nach einer feuchtfröhlichen Autofahrt werden die beiden von der Polizei angehalten. Doch als Devlin seinen Dienstausweis zĂŒckt, darf Alicia ihren FĂŒhrerschein behalten. SelbstverstĂ€ndlich erweckt dieser Vorfall das Misstrauen der jungen Dame. Doch um ihren Alkoholspiegel etwas zu senken, fĂ€hrt sie Devlin nach Hause und legt sie ins Bett.
Am nÀchsten Morgen eröffnet er ihr, inwiefern sie der US-amerikanischen Regierung behilflich sein könnte. Sie solle mit ihm nach Rio de Janeiro fliegen, um dort eine deutsche Nazi-Gruppe auszuspionieren. Alicia, die zunÀchst skeptisch ist, willigt ein, um so die durch den Vater beschmutzte Familienehre zu bereinigen.
In Brasilien angekommen verlieben sich die beiden ineinander. Obwohl es Devlin schwerfĂ€llt, der alkoholsĂŒchtigen mĂ€nnermordenden Tochter eines Faschisten zu trauen, kann er seinen GefĂŒhlen nicht standhalten. Doch schon bald erfĂ€hrt er von seinem Boss Prescott (Louis Calhern), inwiefern seine Geliebte bei dem Coup behilflich sein soll. Da sie Alexander Sebastian (Claude Rains) kennt, den Chef der deutschen Gruppe, soll sie diesen aushorchen. Dabei behilflich sein sollte ihr die Tatsache, dass Sebastian vor ein paar Jahren in sie verliebt gewesen war.
Als Devlin Alicia davon berichtet, ist diese geschockt. Auf ein Zeichen wartend, dass Devlin ihre AgententĂ€tigkeit nun nicht mehr billigen wird, verharrt sie eine Weile nachdenklich. Doch da Devlin seine Plicht ĂŒber seine GefĂŒhle stellt und ihr nicht seine Liebe gestehen kann, sagt Alicia zu.
Der HeiratsantragAm nĂ€chsten Tag trifft sie Sebastian im Reitclub. Dort erkennt er sie und lĂ€d sie zum Abendessen ein. Auch das Essen verlĂ€uft erfolgreich: Sebastian scheint sich wieder in sie zu verlieben. Bei einem Pferderennen begegnen sich Alicia und Devlin, was von Sebastian aufmerksam verfolgt wird. Alicia erklĂ€rt das eindringliche GesprĂ€ch mit Devlin dadurch, dass er sich in sie verliebt habe. Aus Eifersucht macht er Alicia noch am selben Tag einen Heiratsantrag, den Alicia nach RĂŒcksprache mit Prescott und Devlin annimmt. Nun ist sie zur Frau eines angesehenen Nazis avanciert.
Nach und nach ermittelt Alicia, welche PlĂ€ne und Ziele die Deutschen verfolgen. Mysteriös scheint zunĂ€chst eine hysterische Reaktion eines Bandenmitglieds namens Emil Hupka (Eberhard Krumschmidt) auf eine Weinflasche wĂ€hrend eines gemeinsamen Dinners der Gruppe. Devlin folgert hieraus, dass sich das Geheimnis durch die Weinflaschen enthĂŒllen lĂ€sst. So ĂŒberredet Alicia ihren Mann, ihr zu Ehren einen groĂen Empfang zu geben, zu dem sie auch Devlin einlĂ€d. Zuvor hatte sie Sebastian den SchlĂŒssel zum Weinkeller entwendet. WĂ€hrend des Empfangs gelingt es den beiden tatsĂ€chlich, den Habichtsaugen Sebastians zu entkommen. Im Weinkeller finden sie mehrere mit Uranerz gefĂŒllte Weinflaschen. Als Sebastian aber mit dem Butler Joseph (Alex Minotis) Champagner aus dem Weinkeller nachholen möchte, bemerkt er den fehlenden SchlĂŒssel und entdeckt Devlin und Alicia, die sich kĂŒssen, um so ihr Treiben im Weinkeller zu verdecken. Devlin verlĂ€sst daraufhin die Party und Alicia bemĂŒht sich, Sebastian glauben zu machen, Devlin habe sie ohne ihr EinverstĂ€ndnis gekĂŒsst.
Die Aufdeckung der AgentinAm nĂ€chsten Morgen findet Sebastian den fehlenden SchlĂŒssel wieder an seinem SchlĂŒsselbund auf. Daraufhin bespricht er sich mit seiner eiskalten Mutter (Leopoldine Konstantin), die vorschlĂ€gt, Alicia langsam zu vergiften. Eine Aufdeckung der Agentin hĂ€tte die Ermordung Sebastians durch die anderen Deutschen zur Folge, die keinem aus der Gruppe Fehler erlauben. Durch Gift in der Kaffeetasse legt das Duo nun den Körper Alicias lahm, die sich ein letztes Mal mit Devlin treffen kann. Dieser assoziiert ihr Verhalten allerdings mit ihrer frĂŒheren Alkoholsucht unf berichtet ihr von seiner bevorstehenden Versetzung nach Spanien.
Nachdem Alicia ein paar Tage nichts von sich hören lassen hat, wird Devlin allerdings unruhig. Er lĂ€sst sich bei Sebastian vorladen, von dem das FBI nun weiĂ, dass er eine Atombombe bauen möchte. Da gerade eine Besprechung mit den deutschen Komplizen im Gange ist, schleicht sich Devlin in Alicias Schlafzimmer ein, wo er die junge Frau sterbenskrank vorfindet. Mit letzter Kraft und seiner Hilfe kann sie sich aufrichten und die Treppe hinuntergehen, als Sebastian erscheint. Doch da er seiner Gruppe gegenĂŒber nciht zugeben kann, eine amerikanische Agentin geheiratet zu haben, muss er Devlin und Alicia ins Auto helfen. Misstrauisch geworden rufen die anderen Deutschen Sebastian zu sich in das Anwesen zurĂŒckâŠ
WeiterfĂŒhrende InformationenDer MacGuffin der AtombombeMehr Filme, die in Rio de Janeiro spielenDer lĂ€ngste Kuss der Filmgeschichte: Um der Zensur zu entgehen, durften Hollywood-Filme zu Zeiten Hitchcocks unbedingt wenige intime Szenen enthalten, sowie Kussszenen nicht lĂ€nger als drei Sekunden dauern. Der Regisseur umging diese Vorschrift, indem er Ingrid Bergman und Cary Grant ein paar Minuten lang immer wieder kĂŒssen lieĂ, ohne dass sie sich aus ihrer gegenseitigen Umarmung lösen. Devlin nimmt das Telefon ab und telefoniert, wĂ€hrenddessen kĂŒsste ihn Alicia immer wieder auf den Mund.
Weitere Informationen im Internet und LiteraturReview des Films (engl.)François Truffaut: Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?, MĂŒnchen: Heyne 1973, ISBN 3-453-00458-2.Michael Töteberg (Hrsg.): Metzler Film Lexikon, Stuttgart: Metzler 1995, ISBN 3-476-00946-7.
QuellenLe Grand Atlas Hitchcock, Issy-les-Moulineaux: Edition Glénat 2000, ISBN 2-7234-3376-5 (frz.)Informationsseite zum Film